Lohnt es sich, Kräuter im heimischen Garten anzupflanzen? Natürlich! Es ist jedoch wichtig, einige grundlegende Anbauprinzipien zu beachten. Der intensive Geschmack und das Aroma von selbst angebauten Kräutern hängen weitgehend von der richtigen Pflege ab. Frische Kräuter sind eine hervorragende Ergänzung zu vielen Gerichten und Getränken. Doch wie baut man Kräuter im eigenen Garten richtig an?

Welcher Standort ist am besten für den Kräuteranbau geeignet?
Viele beliebte Kräuter stammen aus wärmeren Regionen der Welt und gedeihen daher am besten an sonnigen, windgeschützten Standorten. Kräuter wie Basilikum, Thymian, Salbei, Rosmarin, Oregano und Bohnenkraut bevorzugen sonnige Plätze. Am besten pflanzt man diese Kräuter in der Nähe der Terrasse oder an einer Hauswand, wo die reflektierte Wärme zusätzlich für ein warmes Mikroklima sorgt. Kräuter wie Liebstöckel, Minze, Beinwell oder Borretsch gedeihen hingegen besser im Halbschatten.
Kräuter wachsen besonders gut in humusreichen und durchlässigen Böden. Ist der Boden zu sandig, kann er mit Kompost oder Mist angereichert werden. Die meisten Kräuter bevorzugen leicht alkalische oder neutrale Böden. Man kann Kräuter entweder in speziell angelegten Beeten oder zwischen Zierpflanzen anbauen. In tonigen Böden empfiehlt es sich, ein Hochbeet anzulegen, das von einem Steinumrandung umgeben ist und mit Gartenerde oder einer Mischung aus Torf und Erde gefüllt wird.
Auch auf einem Steingarten zwischen Nadelgehölzen gedeihen Kräuter sehr gut. Niedrig wachsende Kräuter wie Thymian oder Bohnenkraut eignen sich hervorragend als Umrandung für Rasenflächen oder Blumenbeete. Sie können auch in Töpfen kultiviert werden – besonders geeignet für Minze oder Zitronenmelisse, da sie stark wuchern und andere Pflanzen überwuchern könnten.
Einfacher Anbau von nützlichen Kräutern
Kräuter können entweder direkt in den Boden gesät oder als Setzlinge gepflanzt werden. Für den Hausgebrauch reichen oft nur wenige Setzlinge jeder Sorte aus. Einige Kräuterarten können bereits im April ausgesät werden, z. B. Bohnenkraut oder Kerbel. Samen von Kräutern wie Lavendel, Liebstöckel oder Kamille werden im September ausgesät, da kalte Temperaturen das Keimen der Samen fördern. Die Aussaat erfolgt auf lockerem, unkrautfreiem Boden.
Halbstrauchige Kräuter wie Lavendel, Thymian oder Ysop sollten regelmäßig geschnitten werden, um sie zu verjüngen und das Wachstum neuer Triebe zu fördern. Im Herbst müssen empfindliche Kräuter mit Vlies oder Fichtenzweigen abgedeckt werden. Die meisten Kräuter kommen gut mit Trockenheit zurecht und benötigen keine übermäßige Bewässerung. Ein einfacher Brennnessel- oder Beinwell-Dünger reicht oft aus, um das Wachstum zu unterstützen.
Die Vorteile von Kräutern im eigenen Garten
Die Vorteile von selbst angebauten Kräutern sind vielfältig. Sie sind nicht nur eine hervorragende Geschmacksbeigabe zu vielen Gerichten, sondern finden auch in der Kosmetik und Naturheilkunde Anwendung. Viele Kräuterarten verströmen nicht nur einen angenehmen Duft, sondern bereichern den Garten auch optisch mit ihren schönen Farben, die Schmetterlinge anlocken. Kräuter anzubauen lohnt sich also nicht nur wegen ihrer kulinarischen, sondern auch wegen ihrer ästhetischen Eigenschaften.


